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11.09.2020

Musical-Start im Musiktheater mit „Piaf“

Wir sind zurück: Mit diesen Worten hat das Linzer Musiktheater am 4. September 2020 einen Freudenruf und eine Ankündigung zugleich gemacht. Denn nach einer fast halbjährigen (Zwangs-)Pause, geht nun endlich wieder der Vorhang auf.

Eine schwierige Zeit liegt hinter uns, oder sind wir noch mittendrin? Die Corona-Pandemie hat im Frühjahr 2020 die ganze Welt angehalten. Und damit auch die Kulturhäuser. An Vorführungen mit hunderten Personen auf engem Raum war nicht mehr zu denken. „Nun ist es fast wie eine ,Neueröffnung‘ des Musiktheaters“, hieß es als Intro bei der Preview des ersten Musicals der Saison. Und welches Stück passt zu dieser kritischen Zeit besser als das Musical über Édith Piaf. Auch ihr Leben war geprägt von kritischen Phasen, die sie immer wieder überwinden musste.

Der Spatz von Paris

Geboren in ärmlichen Verhältnissen 1915 wächst die französische Sängerin bei ihrem Vater auf, der bei einem Wanderzirkus arbeitete. Dem gewalttätigen Milieu, in dem sie aufwuchs, ist wahrscheinlich auch ihre starke Persönlichkeit zuzuschreiben. Auf der Bühne des Musiktheaters wurde sie von der Sängerin Daniela Dett verkörpert, die dem starken Temperament gerecht wurde. Zum Schluss hatte ich das Gefühl, sie wurde eins mit Edith Piaf.

Von Frankreich um die Welt

Doch weiter in der Handlung: Ihr Mentor und Förderer holte Edith Piaf aus ihrem Leben als Prostituierte und verschaffte ihr erste Bühnenauftritte. Von da an ging ihre Karriere bergauf, sie trat in der ganzen Welt auf, unter anderem in Amerika und Berlin.

Klingende Lieder begleiten die Zuschauer durch den Abend. Viele von ihnen erkenne ich an der Melodie, so wie „La vie en rose“ oder „Milord“. Obwohl Edith Piaf einschneidende Schicksalsschläge erlebte, klingen ihre Lieder gleichsam fröhlich, wie lieblich, vielleicht auch etwas melancholisch. Ich hätte den Melodien noch stundenlang lauschen können.

Einziger Kritikpunkt des Stücks für mich: Anders als bei anderen Musicals singt hier die Hauptdarstellerin hauptsächlich alleine. Wer also von einem klassischen Musical ausgeht, könnte etwas enttäuscht sein.

Eine Melodie, die bestimmt jeder kennt ist das Lied „No je ne regrette rien“ – und auch ich denke für mich, dass ich es heute nicht bereut habe ins Theater zu gehen.

Endlich wieder Theater – was muss ich nun beachten?

Bereits Tage davor habe ich mich gefreut, endlich wieder Künstler live auf der Bühne zu sehen und nicht nur über Bildschirme. Das Team des Musiktheaters hat sich zahlreiche Gedanken gemacht, um für seine Besucher alle Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Bereits im Vorfeld habe ich eine Mail erhalten, mit einer Übersicht über alle Änderungen und einem eigenen Zugangsplan zu meinem Sitzplatz. Vor Ort weist ein Schild im Eingangsbereich Besucher darauf hin, dass im Innenbereich eine Maske zu tragen ist. Im Saal habe ich die Maske dann abgenommen, ich habe aber einige Personen gesehen, die diese die ganze Vorstellung getragen haben. In der Pause werden Getränke ausgeschenkt, auch hier wird auf den Sicherheitsabstand hingewiesen. Dafür wurden mehr Tische platziert und ein neuer Bereich im Foyer bei der Kassa geschaffen. Zusammengefasst, habe ich als Besucherin das Gefühl gehabt, dass an alles gedacht wurde – und das trotz der Tatsache, dass dieser Tag als eine Art Probedurchlauf galt.
Einem spannenden Theaterbesuch steht somit, auch mit Maske, nichts im Wege.

 

Info: Alle weiteren Stücke der Saison sind hier ersichtlich: https://www.landestheater-linz.at/stuecke

Die Termine werden immer am ersten Montag des Monats für die beiden darauffolgenden Monate freigeschaltet.

Musiktheater Linz

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