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24.10.2018

forum metall – Kunst im öffentlichen Raum

Wie oft ich an den Kunstwerken im Donaupark vorbei gelaufen bin? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Klar habe ich sie gesehen, sogar ab und zu mal fotografiert, aber richtig beachtet habe ich die Plastiken nicht. Bei meinem letzten Besuch in Linz habe ich mir dann endlich die Zeit genommen und bin bewusst von einem Kunstwerk zum anderen spaziert.

Ins Leben gerufen wurde das Projekt forum metall im Jahre 1977. Helmuth Gsöllpontner, damaliger Professor an der Linzer Kunsthochschule, und Peter Baum, früherer Leiter der Neuen Galerie, luden nationale und internationale Künstler ein, für den Donaupark großformatige Skulpturen zu schaffen. Mit den Kunstwerken, die bis auf eine aus Metall erschaffen wurden, wollte man auf die Symbiose zwischen der Stahlstadt Linz als Industriestandort als auch auf die aufstrebende Kunstmetropole hinweisen.

Meinen Kunstspaziergang starte ich beim Lentos Kunstmuseum. Von dort gehe entlang der Donaulände ich schnurstracks zum weitesten entfernten Kunstwerk. Ein bisschen ratlos stehe ich vor einem überdimensionalen Gebilde, das einen Tisch darstellt. Auf der Unterseite der Tischplatte sind Spitzen aus Stahl angebracht, es sieht aus wie ein Nagelbrett. Wenn es regnet, würde ich mich auf keinen Fall unter dieses Werk flüchten, das Künstler Günther Uecker „Tisch der Austreibung“ nennt.

Ich spaziere weiter. Amadeo Gabiano hat aus Corten-Stahl (ein wetterfester Baustahl) ein Kunstwerk zu Ehren Anton Bruckners geschaffen. „Hommage a Anton Bruckner“ nennt er seine zweiteilige Installation. Nur wenige Meter davon entfernt rekelt sich eine eckige Schlange über den Boden. Der Entwurf des deutsch-mexikanischen Bildhauers Mathias Goeritz stammt aus dem Jahr 1953. Umgesetzt wurde „La Serpiente“ im Jahre 1986 und gehört mit Gabianos Kunstwerk zu den Großplastiken, die nicht zu den Ursprungswerken des forum metall gehören.

Ursprünglich war vorgesehen, die Skulptur mindestens zwei Jahre lang stehen zu lassen. Manche Künstler machten der Stadt Linz ihre Werke zum Geschenk, aus Leihgaben wurden Dauerleihgaben. Manche Kunstwerke wurden wieder abgebaut, wie zum Beispiel die umstrittene Figur der Nike, die vor der Eröffnung des forum metall auf dem Dach der Kunstuniversität Linz montiert wurde. Nach 27 Monaten verschwand die Figur in einer Nacht-und-Nebel-Aktion, um 2016 wieder nach Linz zurückzukehren. Heute hängt die 500 Kilogramm schwere Figur am alten Postgebäude in der Linzer Innenstadt.

Bei Kunstwerken ist das halt so: Sie können nicht allen gefallen. So bin auch ich von dem einen oder anderen Werk an der Donaulände abgeschreckt oder eben begeistert. Besonders gut gefällt mir die aus Chromnickelstahl gestaltete Figur namens „Strömung“. Ich finde, sie passt perfekt zur Donaustadt!

Beitrag von Gudrun Krinzinger, www.reisebloggerin.at

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