VISIT LINZ
Viktoria mit ihrer Goldmedaille
24.06.2021

Missing Linz 8: Viktoria Schwarz

Die Kajak-Weltmeisterin Viktoria Schwarz verbringt die meiste Zeit im Ausland. Nach Linz, und vor allem ans Wasser, zieht es sie doch immer wieder zurück.

Viktoria Schwarz verbringt jedes Jahr sechs Monate im Ausland. Trainingslager oder Wettbewerbe ziehen die Linzerin in wärmere Gefilde. Ein Leben ohne Linz ist für sie kaum vorstellbar. Ein Leben ohne die Donau noch weniger. Ihre Lieblingsorte am Wasser verrät Viktoria im Missing Linz Interview.

Kraft tanken mit schöner Aussicht.

Viktoria, du hast im Mai 2021 gemeinsam mit Ana-Roxana Lehaci zwei Weltcup-Goldmedaillen im Zweier-Kajak geholt, im Juli geht’s dann zu den Olympischen Spielen nach Tokio. Du bist Kanutin in Höchstform. Wie kam‘s dazu?

Ich stamme aus einer sehr sportlichen Familie, die mich bis heute unterstützt und zu meinen Wettkämpfen in aller Welt begleitet. Als Kind habe ich Leichtathletik gemacht und auch geturnt. Meine Eltern sahen meine Stärke besonders im Laufen. Als ich mich mit elf Jahren für eine Sportart entscheiden musste, wählte ich eine im Sitzen – und landete beim Kajak. Dass wir nur fünf Minuten von der Donau und dem Kajakverein entfernt wohnten, war natürlich sehr praktisch.

Du bist als Leistungssportlerin gewohnt, sehr viel unterwegs zu sein. Wie war das Corona-bedingte Time-Out für dich?

Ich habe die Zeit in Linz mit meinen Freunden und meiner Familie sehr genossen! Normalerweise verbringe ich fast den ganzen Winter auf Trainingslager in Australien, heuer waren es nur vier Wochen in Südafrika. Ich liebe Linz und bin gerne hier – so geht’s übrigens auch meinen Trainingspartnern aus aller Welt. Die Brasilianer beispielsweise waren extrem fasziniert vom Grün und von unseren tollen Trainingsmöglichkeiten. Und davon, wie sehr sich das Leben auch abseits vom Profisport an der Donau abspielt. Oft ist es erst das Zurückkommen aus der Ferne, das mir in Erinnerung ruft, wie schön es hier ist.

Grüne Wohlfühloase am Wasser, die Donaulände.

Du verbringt die Hälfte deines Jahres in der Ferne. Was machst du, wenn du von deinen Reisen zurückkommst? Wie verbringst du deine Freizeit?

Das kommt ganz darauf an, ob unsere Saison noch läuft. Von September bis November ist es ruhiger und dann gehe ich auch gerne mit Freunden auf einen Drink in die Sandburg. Auch in meiner Freizeit bleibe ich also gerne am Wasser. Einer meiner Lieblingsplätze ist übrigens das Motorboot eines Freundes. Wir fahren auf der Donau herum, wakesurfen oder chillen einfach. Das liebe ich.
Außerdem spaziere ich gerne an der Donaulände entlang oder gehe rauf zum Schlossmuseum oder zum Pöstlingberg Schlössl, um die Aussicht über Linz zu genießen.

Wassersport auf der Donau wird immer beliebter.

Wie streng ist dein Trainingsplan hinsichtlich Ernährung? Welche Lokale besuchst du gerne?

Ich bin total gerne im Café Friedlieb und Töchter. Dass ich dem Kuchen dort nicht widerstehen kann, sage ich meinem Ernährungsberater lieber nicht. Ein paar Glückshormone können ja nicht schaden!?
Ansonsten bin ich ein ziemlicher Sushi-Fan und gehe ins Herberstein oder in die Nuba.

Was an Linz strahlt in die Welt hinaus? Was sagst du als Vielgereiste dazu?

Ich denke, die Altstadt in Kombination mit der Donau ist großartig. Und kulturell ist Linz toll aufgestellt: vom Ars Electronica Center über das Lentos Kunstmuseum bis zum Höhenrausch über den Dächern der Stadt. Ich finde auch das Straßenkunstfestival Pflasterspektakel und die Klangwolke sollte man nicht verpassen. Und aus sportlicher Sicht, ist der Linz Marathon ein Highlight für mich.

Linz hat sich zu einer Kulturstadt entwickelt. Ist es auch eine Sportstadt?

Wir haben coole Trainingsmöglichkeiten wie das Olympiazentrum und das Regattazentrum, gute Fußballclubs und auch im Eishockey sind wir gut. Für Kajakfahrer ist Linz ein Megastandort, wir sind hier sehr verwöhnt. Unsere Strecke ist sogar besser als die meisten weltweit. Ein großer Wettkampf vor meinen Fans zu Hause wäre natürlich ein Traum – aber das gilt wohl für jeden Sportler.

Typisch Linz ist ... ?

Ich finde, es ist eine extrem gemütliche Stadt mit sehr herzlichen Menschen. Wir Linzer sind einfach ein lustiges Volk, bei dem der Schmäh rennt.

Viktoria Schwarz in ihrem Element.

Viktoria Schwarz (geb. 1985) ist professionelle Kanutin aus Linz. Sie hat bereits eine goldene, eine silberne und eine bronzene Medaille bei Weltmeisterschaften geholt, drei Mal an Olympischen Spielen teilgenommen und hält den 500 Meter-Weltrekord im Zweier-Kajak. Sie ist 23-fache Österreichische Meisterin.

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