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22.04.2021

Missing Linz 6: Der Starkoch als Nachtschwärmer und sein Blick auf Linz

Mit 20 Jahren war Harald Irka der jüngste Koch der Welt, dem drei Hauben verliehen wurden. Für seine Heimatstadt Linz hegt der mittlerweile 29 Jahre alte Starkoch noch immer eine bedingungslose Zuneigung. So wecken der Duft des „Leberkas-Pepi“ und der Anblick des voestalpine-Stahlwerks bezaubernde Erinnerungen.

Harald, du hast im Alter von 19 Jahren die Küchenleitung der Saziani Stub’n im südoststeirischen Straden übernommen und eine Top-Bewertung nach der anderen kassiert. Seit 2020 führst du das Restaurant Pfarrhof in St. Andrä im Sausal – erneut eine ländliche Idylle der Steiermark.

Was hat dich hierher gezogen und warum bist du aus Linz weggegangen?

Ich bin in Linz geboren und habe dort meine Jugend verbracht. Vor mittlerweile zwölf Jahren bin ich fort. Ich wollte unbedingt Koch werden, doch die Stadt hatte damals in kulinarischer Hinsicht nicht viel zu bieten. In der Steiermark eröffnete sich eine Chance für mich. Wenn ich mir heute die Entwicklung von Linz ansehe, glaube ich nicht, dass ich noch einmal weggehen würde. Und ich meine damit nicht nur meine Branche.

Woran erinnerst du dich besonders gerne, wenn du an deine Heimatstadt denkst?

Ach, das war schon super früher! Ich vermisse das Ausgehen bis in die Morgenstunden. Am liebsten waren meine Freunde und ich im Nachtschwärmer. Das Lokal gibt es immer noch. Der Wirt, der Heli, war ein Wahnsinn. Obwohl heute so viele Bars zur Auswahl stehen, gehe ich noch immer dort hin.

Was zieht euch nach Linz? Gibt es Anlässe oder Gewohnheiten?

Früher bin ich jede Woche von Sonntag nach der Arbeit bis Mittwoch nach Hause gefahren. Heute schaffen es meine Freundin und ich gerade mal drei, vier Mal im Jahr. Wir gehen einmal im Jahr auf den Urfahranermarkt. Zumindest nehmen wir uns das vor. Und sonst besuchen wir meine Familie und Freude. Zum Glück kommen die auch gerne zu uns auf den Pfarrhof in die Steiermark – es ist ja auch wirklich schön hier.

Welche Erinnerungen erwecken deine Sehnsucht nach Linz?

Der Pöstlingberg und das Runterschauen auf die Stadt fallen mir da gleich ein. Ich mag den Blick auf Linz. Als Lisa und ich frisch zusammen waren, sind wir öfter raufspaziert. Sie ist Kärntnerin und kannte den Linzer Hausberg nicht. Außerdem erinnere ich mich gerne an die Badeseen und Freibäder sowie die vielen Stunden an der Donau. Auch heute spaziere ich gerne den Fluss entlang oder sitze mit Freunden am Donaustrand. Leider ist die Zeit in Linz meist zu kurz.

Wärst du als Reiseführer in Linz unterwegs, was würdest du deinen Gästen zeigen?

Ich würde mit ihnen von den Dächern des „Höhenrausch“ herunter schauen, den Mariendom besichtigen und quer durch die Stadt entlang der Landstraße bis zum Hauptplatz spazieren. Der Blick auf die Donau wird sie umhauen. Aber ich finde auch die VÖEST (Anm. Voestalpine) superschön. Der Blick von der Autobahn auf das Industriegelände ist faszinierend.

Linz bietet so viel, ohne überlaufen zu sein. Ein Stadturlaub, ohne getrieben zu sein, ohne Stress. Die Oberösterreicher sind einfach ruhig und gemütlich – genau das strahlt auch die Stadt aus.

Gibt’s Gerüche oder Geschmäcker, die du mit deiner feinen Nase und deinem geübten Gaumen sofort mit Linz verknüpfst?

Ja! Wenn du durch die Rathausgasse gehst und den Leberkas-Pepi riechst, dann weißt du, dass du in Linz bist!

Welche Entwicklung hinsichtlich Gastronomie hast du aus der Ferne beobachtet? Was hat sich verändert?

Mittlerweile haben sich ganz viele Köche in Linz angesiedelt, die dem Zeitgeist entsprechend kochen. Sie greifen auf Produkte aus der nächsten Umgebung zurück und interpretieren sie individuell – von arabisch bis asiatisch. Also mit allen Einflüssen, die Linz ausmachen. Das finde ich superspannend!

Wir haben guten Kontakt und ich esse auch gerne bei ihnen, wenn nicht gerade Mama kocht. Erst vor kurzem haben wir gemeinsam mit tollen oberösterreichischen Köchen bei der Aktion #upperstreetfood mitgemacht und raffiniertes Streetfood Take-away in Wien zubereitet.

Typisch Linz ist...?

Schwer zu sagen, Linz ist so vielfältig. Das muss jeder für sich feststellen.

Starkoch Harald Irka ist in Linz aufgewachsen. Nach dem Besuch der Tourismusschule Bad Leonfelden startete er seine Karriere in der Saziani Stub’n Straden. Seit 2020 führt er gemeinsam mit Lebensgefährtin Lisa Gasser das Restaurant „Am Pfarrhof“ in St. Andrä am Sausal (Südsteiermark). Für seine Kochkünste wurden ihm vier Hauben verliehen.

Ein Blogbeitrag von "jungs kommunikation"

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