VISIT LINZ
03.12.2018

Kerzenziehen im Linzer Advent

Erst die Kinder von Schule und Kindergarten abholen, und dann geht’s endlich los. Schon seit Tagen reden wir davon, in der Vorweihnachtszeit zum Kerzenziehen am Linzer Hauptplatz zu gehen. Wir probieren es das erste Mal, und wir drei sind schon gespannt, wie es so ist, seine eigene Kerze aus Bienenwachs zu ziehen.

Meine Kinder Ben und Nora haben hundert Fragen dazu: „Wie groß wird meine Kerze, wie geht das überhaupt, und kann man die Kerze auch gleich mitnehmen?“
Als wir beim Hotel Wolfinger am Hauptplatz die schmale Gasse zurück bis zum Eingang gehen, steigt die Aufregung. Noch dazu begleitet uns ein Fotograf, der Bilder von unserem Erlebnis macht. Wir betreten das alte Gebäude, und als Erstes schlägt uns ein warmer Duft  nach Bienenwachs entgegen. Kerzen in allen Größen hängen im Raum, um zu trocknen oder für die Weiterbearbeitung. Dann entdecken Ben und Nora auch gleich die wunderschönen Verzierungen auf den duftenden Kunstwerken. Sie suchen sich eine aus, die sie selber machen wollen.

Vorher müssen wir dazu aber die Länge und Dicke des Dochts auswählen. Das ist mit Hilfe der Mitarbeiterin von der Lebenshilfe OÖ schnell geschehen, und es kann auch schon losgehen. Mit jeweils einem Docht in jeder Hand stellen wir uns zu einem der drei großen Töpfe, wo das Wachs geschmolzen wird und fangen an. Wir haben den „Dreh“ gleich heraußen und tauchen den Docht langsam in das heiße, flüssige Wachs und ziehen diesen dann wieder heraus. Nach jedem Eintauchen wächst die Kerze zusehends, und wir sind begeistert, wie einfach das ist.

Tom, der Fotograf, macht Späße mit den Kindern, und da vergeht auch die Wartezeit zwischen dem Eintauchen schnell. Vor lauter Herumalbern wäre Nora beinahe der Docht vom Finger ins heiße Wachs gerutscht – nochmal Glück gehabt. Wissentlich, dass das Kindern öfters passiert, hat die Lebenshilfe OÖ einen Korb mit „Ersatzkerzen“ vorbereitet, damit in solchen Fällen nicht wieder von ganz vorne begonnen werden muss.

Die Kerze soll zwischen jedem Eintauchen etwas auskühlen und handwarm sein bis man weitermachen kann
eine freundliche Mitarbeiterin

„Die Kerze soll zwischen jedem Eintauchen etwas auskühlen und handwarm sein bis man weitermachen kann. Denn wenn sie zu heiß ist, bleibt kein Wachs mehr daran hängen, und sie schmilzt wieder beim Eintauchen“, erklärt uns eine freundliche Mitarbeiterin. Nach gut einer Stunde sind die Kerzen ordentlich in die Breite gewachsen, und wir können nun die zwei Kerzen zu einer einzigen mit Spiralmuster verbinden.

Das erledigt die geübte Angestellte für uns und nach einem letzten Bad im heißen Bienenwachs ist die Kerze auch schon fertig. Sie wird für die Preisermittlung abgewogen und für den Transport in Papier verpackt. Mit unseren Unikaten im Rucksack geht’s heimwärts, und Ben und Nora können es kaum erwarten zu Hause einen schönen Platz dafür zu finden.

Kerzen ziehen im Hotel Wolfinger

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