VISIT LINZ
05.04.2018

Ein Blick in die Anton Bruckner Privatuniversität … mit Ausblick über Linz.

2015 übersiedelten Geigen, Laptops, Klaviere, Notenständer, Bühne, Verstärker, Bücher, Studierende, Lehrende, Taktgefühl und Talent an den neuen Standort der Bruckneruni am Fuße des Pöstlingbergs in Linz

Hier sitzt man nun, im Bistro Frédéric im lichtdurchfluteten Foyer der Anton Bruckner Privatuniversität. Es ist später Vormittag, heute bereits der dritte Kaffee und Zeit für Beobachtungen. Während man durch die hohen Fenster in den Campus-Park blickt, lädt das geschäftige Kommen und Gehen in der Bruckneruni zum Bleiben ein.

Ein junger Mann, die Trompete unter den Arm geklemmt, kommt aus dem Konzertsaal und unterhält sich mit den Mädels, die im Bistro Platz genommen haben und Club Mate trinken – es geht um Prüfungen, Professoren und Party. Und während so manches Campus-Klischee bedient wird, ist die Bruckneruni doch weit mehr als eine moderne Bildungsstätte – hier wurde ein Ort geschaffen, der auch für Besucher faszinierende Einblicke bereithält.

500 Veranstaltungen pro Jahr

In erster Linie wird hier natürlich unterrichtet und gelernt – und zwar Musik, Schauspiel und Tanz. Doch wer denkt, dass das nur hinter verschlossenen Türen stattfindet, der irrt. Besucher sind eingeladen, die unterschiedlichsten Veranstaltungen zu sehen und zu hören: der Bogen reicht von klassischen Kammermusik- und Orchesterkonzerten über Musiktheater-, Tanz- und Schauspielaufführungen bis zu Kinder-Mitmach-Konzerten, Workshops und Diskussionsrunden. Die Veranstaltungen sind größtenteils kostenlos und können auf der Webseite der Bruckneruni tagesaktuell abgerufen werden.

Ein Architektur-Highlight in Linz

In der Musik steht die Harmonie für den gleichzeitigen Zusammenklang der Töne – und spielte auch bei der Planung des Gebäudes eine große Rolle. Helles Holz, geschwungene Geländer, weiße Wände, dazwischen hohe Fenster – hier wirkt alles so leicht, und trotz der Größe weder kühl noch ungemütlich. Das früher für ein Konservatorium so typische „Klavierklimpern“, das in den Gängen zwischen den Übungsräumen und durch alte Türen zu hören war, ist hier jedoch fast verstummt. Um den akustischen Anforderungen gerecht zu werden, schuf man ein ausgeklügeltes Wechselspiel von Einrichtung und Materialien – sowohl in den Unterrichtsräumen als auch in den Veranstaltungssälen für Konzerte, Orgel- und Kammermusik, auf der Studiobühne für Schauspiel und Tanz sowie im Sonic Lab für Computermusik und elektronisch verstärkte Musik. Die Anton Bruckner Privatuniversität hat sich von ihrem einst staubigen Image verabschiedet, und das mit Erfolg.

Verlässt der Besucher nun schlussendlich die Universität, um im Campus-Park die grandiose Aussicht über Linz zu genießen, so sei es ihm dringend geraten, einen langen Blick zurückzuwerfen. Denn was hier am Fuße des Pöstlingberges an einem grünen Hang entstanden ist, ist ein verspieltes Gebäude, eine abstrakte Skulptur, die die Architekten in einer Broschüre als „Resonanzraum für Kunst“ beschreiben. Die Lamellen an der Fassade erinnern im ersten Moment an Krepp-Papier, das das Gebäude umhüllt. Auf den zweiten Blick erkennt man die Saiten eines Musikinstruments. Und dann erhält man plötzlich den Eindruck, vor einem überdimensionalen Akkordeon zu stehen. Von welcher Seite man es auch betrachtet – die Bruckneruni ist ein imposanter Klangkörper, der auf den ersten Blick verrät, was sich im Inneren abspielt: Kunst.

Was ist es, das Besucher so fasziniert? Ist es die Tatsache, dass hier musiziert, geschauspielert und getanzt wird? Sind es die kreativen Menschen, die das Gebäude beleben, oder die vielen gestalterischen Ideen, an denen man sich nicht satt sehen kann? Ist es die Atmosphäre, in der man sich auch als Besucher wohlfühlen kann?

Die Büste von Anton Bruckner begrüßt Studierende, Lehrende Mitarbeiter und Besucher am Haupteingang. Was er wohl sagen würde, wenn er den Menschen in diesem Haus begegnen würde? „Applaus!“

 

Ein Blogbeitrag von Teresa Brandstetter.

Anton Bruckner Privatuniversität

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