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Chris Müller gestaltet die Tabakfabrik neu.
12.08.2021

Ist Linz jetzt wirklich ruiniert?

Ein Plädoyer an eine Stadt, voll unterschiedlicher Meinungen, Menschen, Ecken, Kanten, Liebe und einer großen Portion Humor.

Hola, die Waldfee! Da ging gehörig die Post ab letzte Woche, als wir unseren neuen Imagefilm gelauncht haben.
Dass dieser Film polarisieren wird, war klar. War es doch auch unser Ziel, etwas zu schaffen, über das ein jeder eine Meinung hat. Welche mediale Welle wir damit aber auslösen, das hat dann sogar uns etwas überrascht.

Großartig, sagt Armin Wolf - Wahnsinnig gute Kampagne sagen die jungen Kreativagenturen - Platz 1 in den österreichischen YouTube-Trends und Tausende Likes auf Facebook und Instagram.

Vor allem auf den Sozialen Medien zeigen sich User begeistert.

Geht gar nicht, sagen laute Stimmen aus der Politik - großer Imageschaden sagen welche, die schon seit Jahrzehnten mit Werbung Geld verdienen - damit ruiniert ihr unsere schöne Stadt, rufen einige Linzer.

Nicht alle zeigen sich begeistert vom Linzspot.

Aber ist das wirklich so? Haben wir Linz damit ruiniert?

Nicht wirklich. Ja, wir sind einen gewagten Schritt gegangen, haben die Grenzen des guten Geschmacks ausgelotet und auf Authentizität gesetzt. Auch wenn es für einige schwer zu fassen ist, wir wollen mit diesem Film für Linz begeistern. Begeistern, für das ehrliche Linz und nicht für das Postkarten-geschönte Klischee. In einer Welt voller Instagram-Filter und Sonnenaufgängen frisch aus dem Photoshop, da kommt so eine geballte Ladung humorvoller Ehrlichkeit auf jeden Fall überraschend. Für einige zu überraschend, aber wir müssen doch auch über uns lachen dürfen. 
Kein Mensch hätte uns geglaubt, dass in Linz alles pipifein ist. Humor ist sexy. Das gilt für Menschen aber auch für Städte. Wer den Film mit einem Augenzwinkern sieht, der sieht (hoffentlich) den Charme, den eine solche Ehrlichkeit haben kann. Wir sind der festen Überzeugung, dass man diese Wahrheit den Menschen zutrauen kann. Warum? Weil wir den Leuten tagtäglich sagen, dass sie abseits der touristischen Trampelpfade gehen sollen. Dass sie mutig sein und sich auf neue Wege einlassen sollen. Wie können wir das glaubhaft vermitteln und dann nicht selber mutig sein? Wie können wir unsere Besucher - und auch die Linzer - dazu aufzufordern, offen für Veränderung zu sein und uns dann selber wieder der alten Klischees bedienen?


Zwischen pittoresker Schönheit in den Alpen und prächtiger Geschichte in der Großstadt musste Linz seinen Platz finden, ja vielleicht suchen wir ihn sogar immer noch. Und das ist gut so, weil so die ganze Stadt ständig in einem Wandel ist und bestimmt nicht gewillt ist zu verstauben oder in eine Nische gedrückt zu werden. Wir Linzer sind hungrig nach der Zukunft, nach neuen Erlebnissen und Begegnungen – und das spüren die Menschen, die in die Stadt kommen. Dann wenn sie bei einem Mural Harbor-Besuch Graffitikunst entdecken und am Abend bei Konzerten im Posthof tanzen, oder die Stadt ganz unkonventionell, beim Wasserskifahren erleben. 
Unsere Stadt lebt von kreativen und mutigen Ansätzen in jeder Lebenslage. Vielleicht erinnert sich die eine oder der andere noch an die Anfänge von Linz09 und die Hinterhof-Fotos zum Kulturhauptstadtjahr? Der Aufschrei war damals groß, beirren ließen sich Ulrich Fuchs und Co. trotzdem nicht und heute schwelgen wir immer noch - mächtig stolz - in den schönsten Erinnerungen.

Linz ist Linz - und bestimmt nicht ruiniert.

Genau wie über den Film, gibt es auch über Linz die unterschiedlichsten Meinungen. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, diese ganz persönlichen Erfahrungen von Linzern zu zeigen. Ohne Schnickschnack und Klischee. Manchmal brutal ehrlich - manchmal aber auch unglaublich schön, so wie Linz halt ist: unperfekt und wunderbar!

Bei einigen weckt die Kampagne den Wunsch nach Linz zu kommen.

„Genau wegen dieses Films will ich jetzt nach Linz“, haben wir von einigen gehört. Wir freuen uns auf euch! Und allen anderen sagen wir: Kommt doch bitte trotzdem und bildet euch eure ehrliche Meinung, wie Linz ist. Wir versprechen, wir empfangen euch mit offenen Armen!

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