VISIT LINZ
19.08.2020

Klangwolke 2020 – Der Sound von Linz

Eine Klangwolke ohne großem Spektakel an der Donaulände, ohne Feuerwerk. 100.000 Besucher wie in den vergangenen Jahren sind diesen September nicht möglich. Die Klangwolke gibt es trotzdem. Anders, leiser und dennoch klingend.

Es muss ein besonderes Gefühl mit Gänsehaut gewesen sein, als 1979 sich die erste Klangwolke über Linz ausbreitete. Tausende Linzerinnen und Linzer stellten damals ihre Radiogeräte ins offene Fenster. Übertragen wurde Anton Bruckners 8. Sinfonie. Nur die Melodien erfassten und berührten die Stadt, keine Soundeffekte, keine Show. Die Klangwolke hat sich über die Jahre zu einem multimedialen Spektakel entwickelt, meist ist für jeden etwas dabei. Und wenn es das Feuerwerk ist.

In diesem außergewöhnlichen Jahr des Rückzugs und der Distanzierung besinnen sich die Kuratoren auf die allererste Klangwolke zurück. „Wir wollen auf Linz horchen, und nehmen dabei den Klang der Stadt ernst“, erzählt Gitti Vasicek, die gemeinsam mit Peter Androsch, Sam Auinger und Wolfgang Dorninger das künstlerische Team bildet. Innerhalb weniger Monate haben sie gemeinsam mit 25 Künstlerinnen und Künstlern das Konzept erarbeitet.

Linz klingt schon jetzt

Laubrascheln im Botanischen Garten, Vogelgezwitscher in den Parks, das Plätschern eines Brunnens, die besondere Türglocke im Linzer Notenladen oder Autolärm, ankommende Züge, das Donnern der Industrie. All das ist Linz. Schon jetzt zum Nachhören. Auf der Website soundinglinz.at wurden bereits mehr als 200 Klänge gesammelt, aufgenommen oder in Worte gefasst. Jeder kann mitmachen und seine Eindrücke einreichen. Es soll ein Klangbild der Stadt entstehen.

Im Takt durch die Stadt

Wo hört man seine Umgebung besser, als wenn man sie „ergeht“. Ab 15. August 2020 finden daher verschiedene Klangspaziergänge statt. Bei „SCHUHzuGEHÖR“ von der Klangkünstlerin Katrin Emler gewinnen die Schuhe jedes einzelnen an Bedeutung. Gleichzeitig erfahren die Teilnehmer mehr über Linz. Ihre besonderen Führungen hat Emler bereits in 15 Städten auf der ganzen Welt gemacht, darunter in New York und Mexico City. Weitere Touren werden derzeit erarbeitet. Termine, auch zu weiteren Klangspaziergängen, sind hier zu finden: soundinglinz.at/klangspaziergang

Schon im Laufe des Augusts sind außerdem Orte mit besonderen Schallquellen oder Orte der Ruhe mit Klangfahnen gekennzeichnet. Die handgeknüpften, goldenen Wegweiser verbreiten ein angenehmes Rascheln und sind nebenbei auch schön anzusehen.

Der Tag der Klangwolke

Am 12. September, dem Tag der Klangwolke, verdichten sich alle Sounds. Von Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang werden sich in der ganzen Stadt, nicht nur im Zentrum, ungewöhnliche Klänge verbreiten. Etwa wenn die Klangwolkenhörner durch die Straßen fahren, Klingelwellen von Fahrrädern den Verkehr übertönen, wenn das Stadion zum Verstärker wird, das Besenballett auftritt, und die Turmbläser ein Klangnetz über die Stadt spannen. Während des Tages werden all die Klänge fürs Fernsehen und Radio aufgenommen. Zwischen 20 und 21 Uhr wird diese Klangsymphonie auf Radio Fro, Dorf TV und ORF3 übertragen. Zu dieser Zeit treffen sich auch die rund 500 Mitwirkenden im Donauraum. Dann soll wieder die Radiowolke aufsteigen -  also Radios, Lautsprecher oder Handys zum offenen Fenster stellen und den Klangwolken-Sound verbreiten!

Klangwolke 2020

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