Wortarbeit und Wirklichkeit
Christina König liebt Wörter – so sehr, dass sie gleich zwei Berufe daraus gemacht hat. Sie arbeitet in Linz im Bereich Marketing und Kommunikation, „also schreibe ich eigentlich den ganzen Tag“, sagt sie und lacht. Ihr Brotjob ermögliche ihr Freiheit und Sicherheit. „Ich weiß, ich will Autorin sein, aber ich brauche auch ein stabiles Fundament. Die Balance zwischen Leidenschaft und Lebensunterhalt zu finden, ist nicht leicht.“
Ihr erster Roman „Alles, was du wolltest“ erschien im Frühling – nach Jahren des Schreibens und Hoffens. „Der Weg dorthin war lang. Es gab Absagen von Wettbewerben, Magazinen, Preisen, aber auch auf Buchkonzepte. Ehrlich gesagt, das Selbstbewusstsein leidet darunter. Dranzubleiben fällt oft gar nicht so leicht.“
Erfüllter Traum
Als schließlich ein österreichischer Verlag ihr Manuskript annahm, war das wie Balsam auf der Seele. „Ich habe mich riesig gefreut – und auch, als ich heuer den Franz-Tumler-Literaturpreis bekommen habe.“ Seit der Veröffentlichung ist Christina immer wieder mit ihrem Roman unterwegs – zu Lesungen quer durch Österreich, nach Deutschland und sogar nach Oslo. Die erste fand im Linzer StifterHaus statt, die jüngste in der Stiftervilla in Kirchschlag.
Gleichzeitig arbeitet sie schon am nächsten Buch, an ihrem geliebten Schreibplatz in ihrer Wohnung. „Ich habe eine Deadline vom Verlag – das ist schön, aber ich mache mir deshalb auch ordentlich Druck.“
Zwischen Büchern und Bewegung
Wenn Christina König in Linz unterwegs ist, dann meistens auf zwei Rädern. „Ich liebe es, die alltäglichen Wege mit dem Fahrrad zu bestreiten – die Landstraße rauf und runter, in die Arbeit, zur Bäckerei oder wo auch immer hin.“ Ihre Tage sind dicht, und doch gibt es diese kleinen Oasen: Kaffee mit Freundinnen im Café Central, Ramen-Essen im Ichi go Ichi e oder ein kurzer Abstecher in eine Buchhandlung. Besonders gern stöbert sie im Alex am Hauptplatz. „Ich könnte stundenlang durch Buchläden streifen – zum Glück gibt es in Linz ein paar wirklich wunderbare.“
Manchmal zieht es sie ins Moviemento, ins Musiktheater oder einfach in ein Museum. „Selbst wenn ich nicht oft hingehe – ich liebe das Gefühl, dass ich könnte. Diese kulturelle Vielfalt macht Linz für mich aus.“
Mut, dranzubleiben
„Ich bin eigentlich kein Risiko-Mensch“, sagt Christina und erzählt lachend, wie sie als Kind einmal allen Mut zusammennahm und vom Drei-Meter-Turm sprang – eine Wette mit ihrem Papa, für den neuesten Harry Potter. Und doch, wenn man genau hinhört, steckt in ihren Geschichten und Entscheidungen jede Menge Mut: dranzubleiben, Absagen auszuhalten, trotzdem weiterzuschreiben.
Vielleicht ist das genau das, was Linz und Christina gemeinsam haben: die leise Entschlossenheit, das eigene Ding zu machen – ohne großen Lärm, aber mit Herz, Beharrlichkeit und einer Portion Neugier. „In Linz entdecke ich ständig Neues. Neulich war ich mit meiner Freundin bei einem Geigenbaumeister in der Bischofstraße – so ein kleines, feines Geschäft mitten in der Stadt. Man muss nur einmal abbiegen, und schon wartet etwas, das man nicht erwartet hätte.“
Ein Gastbeitrag von Nika Mitteregger.




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