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Produktentnahme in das eigene Glas
04.01.2021

Endlich wohlFÜLLEN beim Shoppen: UNPACKBAR

Wieder mal zu viel eingekauft und Lebensmittel landen in der Tonne? Im Unpackbar-Laden in der Linzer Harrachstraße kann euch so etwas nicht passieren. Dort kauft ihr nur, was ihr auch wirklich braucht – und spart dabei auch noch ordentlich Verpackungsmüll.

Einmal schnell rein in den Supermarkt – und der Mülleimer daheim ist voller Plastik. So kommt es mir zumindest vor, wenn ich Lebensmittel besorge. Regelmäßig sucht mich dann das schlechte Gewissen heim, dass ich mit meinen Einkäufen viel zu viel Müll produziere - und das in einer Welt, die sowieso schon vor Plastik übergeht. Was für eine Wohltat ist da ein Laden, wie der von Christina Liu und Tina Prückl in der Harrachstraße. Sie wollen das verpackungsfreie Shoppen in Linz salonfähig machen und rufen die Kunden dazu auf, ihre eigenen Lebensmittelbehälter wie etwa Gläser oder Jausenboxen mitzubringen. 

Waschmittel in eigenes Gefäß füllen
Mitinhaberin Christina Liu
Kaffeebohnen im Glasbehälter

Beim Reingehen stellt man den Behälter auf eine Waage und notiert sich das Gewicht. Dann füllt man nach Lust und Laune ab, was man braucht und beim Wiegen am Schluss wird das Gewicht des Behälters einfach abgezogen. Ein cooles System, wie ich finde. Als Behälter erlaubt ist übrigens alles, was man befüllen kann. „Einmal hat ein Kunde Reis in einen Kissenbezug eingefüllt. Ein anderer hatte eine zwanzig Jahre alte PET Flasche mit, die er seit damals aufgehoben hat“, schmunzelt Tina. Ich bin mit einer stinknormalen Jausenbox, einer Glasflasche und einem Rexglas etwas weniger kreativ. Zu befüllen gibt es im Unpackbar-Laden alle möglichen Trockenwaren wie etwa Nudeln, Reis, Bohnen, Linsen, Nüsse, Tees, etc. Aber auch Flüssiges kann man abfüllen, zum Beispiel Essig und Öl, sowie diverse Kosmetik- und Reinigungsprodukte. Ein bisschen komisch fühlt es sich schon an, als ich mir zum ersten Mal ein Waschmittel in meine mitgebrachte Glasflasche einfülle. Aber wieso eigentlich nicht?! 

Regal im Unpackbar Laden
Oliven aus Glasbehälter entnehmen
Verschiedenes Getreide im Glas

Christina und Tina sind eigentlich Grafikerinnen, sie haben sich beim Studium kennengelernt. „Die Idee zum Unpackbar-Laden hatten wir nach einem Zero-Waste-Workshop in Wien. Dort ist uns bewusst geworden, wie viel unnötigen Müll wir jeden Tag produzieren und wollten etwas ändern.“ Dass es in Linz jetzt einen „Unverpackt-Laden“ gibt, hat sich schnell herumgesprochen. Mittlerweile haben Christina und Tina viele Stammkunden – und das, obwohl auch ihnen gleich nach der Eröffnung Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. „Die Leute setzen jetzt umso mehr auf regionale Produkte“. Deshalb haben die beiden Mädels auch erst vor kurzem ihr Sortiment erweitert. Beliefert werden sie großteils von heimischen Produzenten, beim Gebäck etwa von der Biobäckerei Mauracher.

Produktentnahme aus Glasbehälter

Mein Einkauf heute fällt ungewohnt dürftig aus – gekauft habe ich nur ein Rexglas mit Nudeln, eine Box mit Biogemüse und eine Flasche Waschmittel. Dafür habe ich mir umso mehr Gedanken gemacht, was wirklich in meinem Einkaufskorb landen soll. Das Gefühl, als ich die Sachen daheim auspacke und der Mülleimer tatsächlich LEER bleibt: unbezahlbar. 

Bücherregal mit Büchern
Produkte im Unpackbar Laden
Stoffsackerl aus dem Unpackbar Laden
Unpackbar Laden Linz Außenansicht
Gewürze im Unpackbar Laden
Innenansicht Unpackbar Laden

Unpackbar Laden

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Kommentare (1)

  • Maria Wagner
    Maria Wagner
    vor 2 Wochen
    Man kann zwar nicht den ganzen Haushaltsbedarf hier abdecken, doch es ist sehr sympathisch, hier einzukaufen. Dadurch dass man eigene Behältnisse mitbringen kann und soll, kauft man auf eine ganz andere Art ein als im Supermarkt.
    Die beiden Ladenbetreiberinnen machen das sehr gut.

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