Viele verbinden mit Linz neben den kulturellen Highlights die rauchenden Schlote der Stahlindustrie – und die unberührte Natur ist auf den ersten Blick weit, weit weg. Doch bei näherem Hinsehen wird klar: Die Wildnis ist nah. Das Besondere dabei ist die topografische und ökologische Vielfalt der grünen Oasen – diese reicht von den Mischwäldern im Norden bis hin zu den Augebieten im Süden von Linz. Jede Wildnis hat ihren ganz eigenen Charakter. Und das Beste: Sie alle sind bequem bzw. relativ rasch auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Wir haben für dich ein paar besonders spannende „Expeditionsziele“ ausgewählt.
Die Hangwälder in St. Magdalena
Wer sich für die Pferdepromenade im Norden entscheidet, der spaziert durch lichte, naturnahe Hang- und Schluchtenwälder mit viel Totholz am laubbedeckten Boden. Die so genannten Elmberggräben schaffen ein eigenes Mikroklima. Ein Vogellehrpfad bietet allerlei Wissenswertes zu den gefierten Freunden, darunter verschiedene Spechtarten sowie Turmfalke und Waldkauz. Am besten ist dieses „Nahentdeckungsgebiet“ mit den Straßenbahnlinien 1 und 2 zu erreichen, der Zustieg erfolgt entweder von St. Magdalena oder von der Universität aus.
Der Diesenleitenbach nahe der Donau
Das Sammelgerinne zwischen Donau und Autobahn, gleich jenseits des Damms, wurde in den letzten Jahren aufwändig renaturiert – das erfreut nicht nur Naturliebhaber:innen, sondern auch den Biber, die Würfelnatter, eine seltene Schlangenart, sowie den Eisvogel. Letzterer ist vor allem im Winter gut zu beobachten, da die Sicht auf die schmucken Jäger freier ist als in der warmen Jahreszeit. Mit dem Autobus 33 ist der Diesenleithenbach gut erreichbar, entweder von Pleschingersee aus oder von der Station Steg.
Der Auwald rund um die Weikerlseen
Die Straßenbahnlinie 2 bringt dich direkt in die Solarcity und nach einem kurzen Spaziergang durch das architektonisch durchaus interessante Viertel bist du schon am kleinen Weikerlsee angelangt. Ein Spazierweg führt dich durch die Aulandschaft, die auch im Winter ihre Reize hat, zum großen Weikerlsee. Vom Weg aus können Naturliebhaber:innen Kormorane sichten und auch Blässhühner sowie Haubentaucher. Im Wasser finden sich hier und da auch Süßwassermuscheln. Am Mitterwasser, der in den See mündet, leben Eisvögel. Und Hobbyköch*innen wissen – ab März sprießt im Auwald der erste Bärlauch. Wichtig dabei: Bitte abschneiden und nicht mit den Wurzeln ausreißen, damit der Bestand nicht gefährdet wird!
Der Schiltenbergwald in Ebelswerg
Der bewaldete Hügel im Süden von Linz eignet sich für leichte Wanderungen und ist relativ leicht mit der Straßenbahnlinie 2 und den Stadtteilbussen 106 und 104 zu erreichen – besser vorher über die Abfahrtszeiten informieren, die Intervalle der kleinen Busse sind nicht allzu eng getaktet. Das Besondere am Schiltenberg: Der frühere Fichtenbestand ist mit den Jahren zum wertvollen Mischwald geworden – Borkenkäfer und Klimawandel sei Dank. Eine Entwicklung, die auch dazu geführt hat, dass sich hier neben einigen Vogelarten auch die seltene Erdkröte sehr wohl fühlt.
Entdecker*innen aufgepasst
Die Naturlandschaften rund um Linz sind zum Teil streng geschützt, also verhalte dich bitte so, wie echte Entdecker*innen das tun: aufmerksam und besonnen.
- Bleib’ auf den Wegen, um die Flora zu schonen und Wildtiere nicht aufzuschrecken oder zu stören.
- Nimm keine Pflanzen, geschweige denn Tiere mit nach Hause – sie alle gedeihen am besten in der freien Natur.
- Jausnen ist natürlich erwünscht, den Mist mitnehmen allerdings auch!
- Rauchen ist im Au- oder Waldgebiet zu jeder Jahreszeit nicht gerne gesehen, zu groß ist die Waldbrandgefahr.
- Verhalte dich ruhig, wer leise ist, erhöht die Wahrscheinlichkeit, Wildtiere zu beobachten.
Ein Gastbeitrag von Michael Leithinger.





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