Im Bunker der Postcity findet man auch heuer wieder die Themenausstellung. Schon beim Abstieg wird gewarnt: Unten werden die Besucher*innen mit rasselnden Ketten und blitzenden Lichtern empfangen, genauso wie mit der Frage: Panik ja oder nein? Die Antwort: meistens beides. Denn während draußen die Welt Kopf steht, zeigen Künstler*innen, wie sich Panik anfühlt – und wie man trotz allem weitermacht. Hier ein paar Einblicke in die Ausstellung.
Die Künstlerin Sophia Bulgakova berührt mit ihrer Installation, die übersetzt „Erinnerungen“ heißt, nicht nur, sondern hat auch gleich den Preis State of the ART(ist) gewonnen. Aus Schläuchen kommen Stimmen mit Erinnerungen an den Krieg in der Ukraine, Gespräche mit Freund*innen und Familie – alle paar Minuten ertönt ein Alarm und unterbricht die Gespräche. Wie es auch in Kriegsgebieten der Fall ist, wenn der Bombenalarm ertönt. Ihre Arbeit macht klar: Kunst findet selbst in Zeiten von Panik und Krieg Wege, nicht zum Schweigen gebracht zu werden.
Bei Whispers führen fünf KIs, die wie Social-Media-Influencer wirken, wilde Debatten. Das Publikum darf die Themen bestimmen – und am Ende gewinnt, wer am besten schreit, trickst oder argumentiert. Eine unterhaltsame Installation darüber, wie Algorithmen Streit belohnen.
Ruhiger, aber nicht weniger beeindruckend ist Liminal Ring. Er hat das Ziel, eine möglichst glatte Strömung zu erzeugen. Perfekt dreht sich der Dampf aber nie im Kreis, immer wieder bricht er aus. Ein Sinnbild dafür, wie wir Menschen ständig versuchen, die Natur zu kontrollieren – und sie trotzdem immer ihren Weg findet.
Bei AI Facial Profiling reicht ein einziges Foto, um von einer Maschine beurteilt zu werden. Die Installation teilt Menschen in Hoch- und Niedrig-Risiko-Personen ein und entlarvt damit, wie voreingenommen und fehlerhaft Technologien sein können. Sie wirft die Frage auf, wie viel Vertrauen wir in Systeme setzen, die über Identität und Sicherheit entscheiden wollen.
Im Bunker, und auch sonst am Ars Electronica Festival, gibt es noch ganz viel mehr zu entdecken. Ein Besuch zahlt sich auf jeden Fall aus. Zum Hineinschnuppern kann man den ersten Stock in der Postcity auch ohne Festivalticket besuchen. Den Bunker sollte man trotzdem nicht verpassen. Also: Letzte Chance Post City bevor der Bunker für immer schließt.
Hier geht's zum Festival.






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