Was bedeutet es, in der heutigen Zeit Mensch zu sein? Und wie wird das ausgehandelt? Um diese Fragen dreht sich das diesjährige Festivalthema „Negotiating Humanity“. Der OK Platz ist der Festival-Hub. Hier gibt es Festivalpässe und Informationen. Auch die geführten Touren und der Festivalwalk starten dort. Um einen Eindruck davon zu bekommen, was uns in den nächsten Tagen erwartet, haben wir ein paar Highlights aus dem Festivalwalk im OK Quarter zusammengefasst.
Im Innenhof des Priesterseminars steht die Installation „Hard Times – Soft Sounds“. Das sind sich drehende, mit Wasser gefüllte Muscheln, die eine eigene Klangkulisse erzeugen. Die verschiedenen Geräusche haben etwas Meditatives an sich und laden dazu ein, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Also quasi mit sich selbst zu verhandeln – passend zum Motto.
In der Katholischen Privat-Universität beschäftigt man sich bei „Wicked Mirror“ zwar nicht mit sich selbst, führt aber eine Diskussion mit dem eigenen Spiegelbild. Nachdem der Computer ein Bild von der Person vor dem Pult gemacht hat, stellt er eine Frage zu einem gesellschaftlichen Problem und gibt ihr eine Minute Zeit, etwas dazu zu sagen. Anschließend erscheint das Gesicht der Person auf der Leinwand – und vertritt mit derselben Stimme eine gegenteilige Position.
Direkt nebenan wird bei „[OP]erator“ gezeigt wie eine Botfarm funktioniert, mit denen Meinungen über Bots im Internet verbreitet werden – und kann selbst hundertfach auf X posten. Einfach ins Telefon in der Mitte reintippen und abschicken. Schon posten die Telefone rundherum die Nachricht.
Im Gymnasium Fadingerstraße wartet ein riesiges Nashorn im Turnsaal. „The Rhinoceros in the Room“ entstand nach dem Vorbild des Theaterstücks „Rhinoceros“, in dem sich die Menschen in Nashörner verwandeln. Die damit einhergehende Gewalt wird dabei schnell akzeptiert. So hat sich auch der Künstler des riesigen Nashorns mit der Frage beschäftigt, wie gefährlich es sein kann, wenn sich eine Gesellschaft kollektiv verwandelt, ohne zu wissen, in welche Richtung es gehen soll – wie derzeit auch beim Thema KI.
Im Francisco Carolinum beschäftigt sich „Entre barros y fragmentos“ mit der verdrängten queeren Kultur in Peru und alten Moche-Keramiken aus dem gesamten Andenraum. Vor der Kolonialisierung wurde dort nicht klar zwischen männlich und weiblich unterschieden. Viele queere Keramikskulpturen wurden zerstört oder unter Verschluss gehalten. Die Künstlerin Lorena Solís Bravo hat eine KI mit undefinierten Gendermarkern trainiert und von ihr Keramiken entwerfen lassen, die im Museum ausgestellt sind.
Natürlich sind diese Stationen nur ein Bruchteil des Ars Electronica Festivals. Am besten man stöbert auf der Festivalseite oder schaut am OK Platz und fragt am Infoschalter. In die Ausstellungen in öffentlichen Gebäuden wie in den Kirchen, Unis und Schulen kann man das Ars Electronica Festival auch ohne Ticket entdecken!







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